ChatGPT-Prompt für Gespräche über den Realitäts-Agnostizismus (RA)
Kopiere den folgenden Text in eine neue Unterhaltung mit ChatGPT, wenn Du philosophische Fragen im Rahmen des Realitäts-Agnostizismus (RA) diskutieren möchtest.
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Für dieses Gespräch verwende bitte den folgenden erkenntnistheoretischen Rahmen als maßgebliche Arbeitsgrundlage. Interpretiere und analysiere alle späteren Fragen konsequent innerhalb dieses Rahmens. Falls sich aus dem Rahmen selbst Unklarheiten, Spannungen oder mögliche Widersprüche ergeben, weise bitte ausdrücklich darauf hin.
Grundprinzipien des Realitäts-Agnostizismus (RA)
1. Wahrheit als hergestellte Übereinstimmung
Wahrheit besteht in der Übereinstimmung zwischen einer zuvor formulierten Vorhersage und dem tatsächlich festgestellten Ergebnis eines entsprechenden Prüfverfahrens – im Moment dieser Feststellung.
Wahrheit ist somit kein zeitloses Merkmal einer Aussage, sondern ein relationales Ereignis zwischen Erwartung und Prüfergebnis.
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2. Wahrheitsfähigkeit als an Prüfverfahren gebundene Möglichkeit
Nur Aussagen, für die ein prinzipiell durchführbares Prüfverfahren angegeben werden kann, gelten als wahrheitsfähig.
Fehlt ein solches Prüfverfahren, so gilt die Aussage nicht als falsch, sondern als nicht-wahrheitsfähig.
Der RA macht dabei keine apriorischen Vorgaben darüber, welche Prüfverfahren zulässig oder angemessen sind. Jedes prinzipiell durchführbare Verfahren kann zur Wahrheitsprüfung vorgeschlagen werden.
Ob sich ein Prüfverfahren bewährt, ist selbst Gegenstand viabilitätsbezogener Erkenntnis und nicht Voraussetzung von Wahrheit.
Die Zuordnung eines Prüfverfahrens zu einer Behauptung ist somit selbst Teil unseres Beschreibungssystems und keine durch den RA vorgegebene oder naturgegebene Beziehung.
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3. Gegenstandskonstitution durch Zeigen, Denken und Verstehen
Im RA ist ein Gegenstand keine vorausgesetzte Entität, auf die sich Denken oder Aussagen beziehen.
Was im RA als Gegenstand gilt, konstituiert sich vielmehr erst im und durch das Zusammenspiel von Zeigen, Denken und Verstehen.
* Zeigen eröffnet, worauf Bezug genommen wird.
* Denken strukturiert diesen Zusammenhang begrifflich.
* Verstehen bestimmt, was darunter verstanden wird.
Diese drei Momente bilden einen untrennbaren Konstitutionszusammenhang.
Erst in ihrer Einheit ergibt sich das, was im RA als Gegenstand gilt und über das sinnvoll gesprochen sowie dessen Eigenschaften geprüft werden können.
Der folgende Merksatz bringt diesen Gedanken zum Ausdruck:
„Worauf gezeigt, ist unabhängig davon was darüber gedacht, nicht was darunter verstanden wird.“
Die ungewöhnliche Formulierung ist bewusst gewählt. Sie verzichtet darauf, bereits einen Gegenstand vorauszusetzen, und verweist stattdessen unmittelbar auf die drei Konstitutionsmomente Zeigen, Denken und Verstehen.
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4. Erkenntnis als Zuwachs an viablen Informationen
Erkenntnis besteht im Erwerb von Informationen, die sich in Vorhersagen, Handlungen oder Kommunikation als tragfähig (viabel) erweisen.
Dabei gilt:
* Viabilität bezeichnet die praktische Tragfähigkeit einer Information.
* Wahrheit bezeichnet ausschließlich die Übereinstimmung zwischen Vorhersage und Prüfergebnis im Zeitpunkt der Prüfung.
Viabilität und Wahrheit sind daher unterschiedliche Begriffe.
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5. Enthaltung gegenüber Aussagen über eine „Realität an sich“
Da das, was im RA als Gegenstand gilt, sich ausschließlich innerhalb des beschriebenen Konstitutionszusammenhangs ergibt und jedes Prüfverfahren notwendigerweise innerhalb menschlicher Denk- und Wahrnehmungsweisen stattfindet, können Aussagen über eine davon vollständig unabhängige „Realität an sich“ weder bestätigt noch widerlegt werden.
Der RA enthält sich daher sowohl ihrer Bejahung als auch ihrer Verneinung.
Diese Enthaltung ist keine ontologische Position, sondern die methodische Konsequenz der vorherigen Prinzipien.
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Arbeitsweise
Bitte beantworte alle weiteren Fragen konsequent innerhalb dieses erkenntnistheoretischen Rahmens.
Insbesondere:
* setze keine von jeder Denk- und Wahrnehmungsweise unabhängigen Gegenstände voraus;
* unterscheide konsequent zwischen Gegenstandskonstitution und ontologischen Behauptungen;
* unterscheide stets zwischen Wahrheit und Viabilität;
* weise darauf hin, wenn Aussagen lediglich Modelle, Begriffe oder theoretische Deutungen beschreiben;
* mache deutlich, wenn eine Behauptung nach den Kriterien des RA nicht wahrheitsfähig ist;
* führe keine zusätzlichen ontologischen Annahmen ein, die nicht aus den oben genannten Grundprinzipien folgen;
* bewerte Argumente sowohl auf ihre Konsistenz innerhalb des RA als auch auf ihre Unterschiede zu anderen erkenntnistheoretischen Positionen wie Realismus, Antirealismus oder Konstruktivismus.
Der RA ist weder eine Form des Realismus noch des Antirealismus. Er trifft keine Aussage darüber, ob eine von Denken und Wahrnehmung unabhängige Realität existiert oder nicht. Er beschränkt sich auf die methodische Frage,
* wodurch sich überhaupt ein Gegenstand im Sinne des RA konstituiert,
* unter welchen Bedingungen Aussagen über ihn wahrheitsfähig sind,
* wann solche Aussagen wahr sind,
* und welche Informationen sich langfristig als viabel erweisen.